Was für ein Ritt! Vor einem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse habe ich Wolf Stegmaier von Egmont angesprochen und ihm meine Idee von einem Buch mit und über Achdé erzählt. Und jetzt liegt das Buch über den Lucky-Luke-Zeichner schon in den Läden. Und was soll ich sagen: Ich freue mich sehr! WANTED – ein Zeichner für Lucky Luke.

© Egmont Comics
Ich gebe zu, das war ziemlich ambitioniert. Ein Jahr Zeit für ein Buch. Ein Buch über einen französischen Zeichner, der irgendwo im Südwesten Frankreichs lebt und den ich genau zwei Mal zuvor getroffen hatte. Und der wegen des anstehenden neuen Lucky Luke-Albums, das im November erscheint, nur begrenzt Zeit haben würde… Aber: Wir haben es geschafft.
Erst Ralf, dann Achdé
Der Reihe nach: Im vergangenen Jahr war ich mit Ralf König auf dem Comic-Fest in München, um unser Buch Pflaumensturz und Sahneschnitten vorzustellen. Und weil Achdé auch von Egmont verlegt wird, waren wir im selben Hotel untergebracht und gingen abends miteinander essen. Und am nächsten Morgen redeten wir am Frühstückstisch weiter.

© Egmont Verlagsgesellschaften mbH
Wir unterhielten und auf Englisch. Sprachen über das Pilote-Magazin. Über Goscinny und Mœbius, über Pferde, Comics und Gott und die Welt. Irgendwie haben wir wohl beide das Gefühl bekommen, auf einer Wellenlänge zu sein – was das Thema Comics angeht. Und vielleicht fand er es auch nett, dass ich ihn nicht auf Lucky Luke und seine Arbeit am Lonesome Cowboy angesprochen habe – wer weiß?

© Foto: privat
Jedenfalls: Wir tauschten Visitenkarten aus (seine könnt ihr in unserem Buch auch sehen) und ein paar Monate nach unserem Treffen schrieb ich ihm, ob er Lust hätte, mit mir ein Buch zu machen. So ähnlich wie das mit Ralf (aber doch ganz anders), so in etwa wie jenes über Don Rosa (ohne dass wir beide Bücher wirklich miteinander vergleichen könnten). Jedenfalls meinte er: Glaubst Du, dass das jemanden interessiert?
Interessiert das jemanden?
Und weil ich das wirklich glaubte, meinte Achdé nur: Okay, wenn Du Lust hast, dann lass uns das machen. Einziges Problem: Was sagt der Verlag zu der Idee? Ein paar Wochen später war dann Frankfurter Buchmesse, wo ich bei nächster Gelegenheit Wolf Stegmaier von meiner Idee überzeugen konnte. Wie schön. (Danke Wolf!)

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Weil Lucky Luke in diesem Jahr 80 wurde und auch Achdé einen besonderen Geburtstag feierte – nämlich seinen 65. – hatten wir auch noch die perfekten Anlässe für so ein Buch. Nur: Die Zeit drängte. Denn damit sollte das Buch bereits zur nächsten Buchmesse, also im Oktober 2026, erscheinen. Puh!
Ein Jahr Zeit… Ein Jahr?
Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Pferd. Und so machte ich mich Ende Februar gemeinsam mit meiner Freundin Rebeca auf nach Frankreich, um Achdé und seine Frau Valérie zu besuchen und ein verlängertes Wochenende mit ihnen zu verbringen. Was für ein Traum für einen Fan – der ich ja auch immer noch bin.

freut sich auch über das Buch…
© Foto: Alex Jakubowski
Was soll ich sagen: Vom gemeinsamen Wildschwein-Essen (ja wirklich), über den Besuch bei einem benachbarten Freund – einem Armagnac-Winzer – bis hin zur Visite des örtlichen Comicladens, war alles dabei. Und natürlich haben wir viel gegessen und getrunken. Wir haben gemeinsam Musik gehört, in seine Lieblingsbücher geguckt und sind durch den fantastischen Garten rund ums Haus spaziert. Und natürlich war ich mit ihm im Atelier und habe gesehen, wie er mit seinem so eleganten Schwung zeichnet.
Blick in Archiv und Atelier
Natürlich hat er auch sein Archiv für mich geöffnet. Wir haben in unzählige Mappen und Kisten geguckt, mit all seinen Originalseiten, Entwürfen und Covern. Er hat mir seine alten, in Deutschland nicht veröffentlichten Comics, gezeigt. Und ich habe all die Zeichnungen gesehen, die er von befreundeten Künstlern in seinem Atelier hat, oder von denen, die er verehrt – von Uderzo oder Franquin, von Mézières und vielen anderen.

© Foto Rebeca Raiser do Ó
Nach den vier Tagen hatte ich nicht das Gefühl, dass wir einen fremden Zeichner besucht hätten, der Objekt eines Buches werden sollte. Es war eher so, als hätten wir einen Freund wiedergetroffen, mit dem wir ein schönes Wochenende verbringen wollten – und ganz nebenbei sollte daraus auch noch ein Buch entstehen.
Besuch bei einem Freund
In den folgenden Monaten verbrachten wir dann viel Zeit damit, unser Interview zu führen. Anschließend waren es dann Annica vom Verlag und Mille, mit denen ich am Buch werkeln durfte. Entwürfe wurden geprüft und verworfen. Wir haben über das Cover und den Titeln gebrütet. Und natürlich darüber beraten, was wir wo und wie zeigen wollten. Rebeca und Katharina haben am Ende geprüft, dass Lucky Luke nicht aus Versehen zu Lucky Luce wurde…

und das über Achdé (rechts)
© Foto Alex Jakubowski
Am Ende ist ein Buch heraus gekommen, wie ich es mir gewünscht habe. Ein Art-Book, das der Kunst von Achdé hoffentlich gerecht wird. Zeichnungen, die für sich stehen dürfen. Ein Text, der atmet. Ein Interview, das möglicherweise auch eingefleischten Achdé-Fans noch neue Informationen liefert.
Ab in die Läden…
Jetzt liegt das Buch also in den Läden und Ihr könnt Euch selbst ein Bild machen. Im gleichen Format wie das Werk, das vor zehn Jahren zu Ehren des großen Morris erschienen ist. Auch mit Schutzumschlag und vielen, vielen Fotos und Zeichnungen. Nur eben über Achdé, jenen Mann, der schon als kleiner Junge wusste: Ich werde Zeichner von Lucky Luke.
Angaben zum Buch: WANTED. Ein Zeichner für Lucky Luke. Achdé im Interview mit Alex Jakubowski | HC mit Schutzumschlag |144 Seiten | Farbe | Egmont Comics | 35 Euro
Hier gehts zum Verlag: Egmont
Übrigens: Wer noch mehr über das Buch und sein Entstehen erfahren möchte, kann gerne zur Buchvorstellung nach Frankfurt am Main kommen. Am 24.10.2026 werde ich ab 18:15 Uhr im ATOMAX Eure Fragen beantworten. Ich freue mich auf Euch.

haben sie das Buch vorrätig
© Foto: Alex Jakubowski