Irgendwie fand ich die Formulierung „Es gilt das gesprochene Wort“ schon immer sympathisch. Was liegt da näher, als neben den vielen anderen Dingen, die ich in Sachen Comic so mache, auch noch einen Comic-Podcast in Angriff zu nehmen? Gesagt, getan. Im vergangenen Jahr habe ich mich mit meinem Kollegen Matze Heller aus Hamburg zusammengetan, um künftig auch in Podcastform über Comics zu philosophieren. Die ersten beiden Folgen sind produziert und veröffentlicht. Und Matze erklärt uns jetzt mal, was wir da so vorhaben. Unser neuer Podcast: Strich drunta!

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(Alex Jakubowski): Lieber Matze, warum machen wir das eigentlich?
(Matze Heller) Ich glaube, es ist der Spaß und die Freude am Thema. Wir beide sind große Comic-Fans, lieben gezeichnete Geschichten, unterschiedliche Zeichenstile, Formen und Darstellungen. Aber vor allem lieben wir auch die Menschen dahinter, die Zeichnerinnen und Zeichner, die Menschen, die die gleiche Passion teilen, wie Verlagsmitarbeiter oder Comic-Buchhändler. Und oft ist es bei uns im Job so, dass wir immer nur eine begrenzte Zeit haben – ich beim Hörfunk maximal vier Minuten, Du im Fernsehen die bekannten einsdreißig. Der Podcast bietet uns und den Interviewpartnern mehr Raum über Dinge zu sprechen – tiefer zu gehen, nachzufragen.

Wie soll sich unser Podcast von anderen unterscheiden?
Erstmal großes Lob an alle Comic-Podcaster da draußen. Ich find es großartig, wie jede und jeder sich der Neunten Kunst verschrieben hat – mit welcher Leidenschaft. Ich bin ein Kind des Radios, und das fast wortwörtlich. Meine Mutter und mein Vater haben beim Hörfunk gearbeitet. Und so bin ich in das Medium hineingewachsen. Ich liebe die Magie, die Radio ausströmt. Die Möglichkeiten, die es bietet, wie zum Beispiel durch Geräusche, Sounds neue Welten zu schaffen. Und das wäre schön, wenn wir das im Podcast mit unseren Gesprächspartnern schaffen könnten.

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Kannst Du mir Deine Beziehung zum Comic mal beschreiben?
Meine Mutter war schon immer eine große Leseratte und hat uns Kindern immer versucht, Bücher näher zu bringen. Bei mir sprang der Funke nie so wirklich über – ich habe selbst immer viel gemalt. Entfacht hat meine Neugier dann ein Buch in der Bücherwand von E.O.Plauen – Vater und Sohn. Ich habe es geliebt und immer wieder angeschaut. Dann kamen die Abrafaxe dazu, die ich mir fast jeden Monat am Zeitungskiosk gekauft habe – später dann Tim und Struppi. Zeichnen war immer ein wichtiges Ventil, um mich auszudrücken, Gedanken laufen zu lassen, Geschichten zu erzählen. So kam es, dass ich als Facharbeit in meinem Hauptfach Kunst selbst einen Comic gezeichnet habe – der liegt auch noch irgendwo, ich finde ihn nur nicht mehr.

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Welche Lieblingscomics hast Du?
Den einen Lieblingscomic gibt es bei mir nicht. Ich mag die Arbeiten von so vielen Zeichnerinnen und Zeichnern. Hergé hat mich sehr geprägt. Die Ligne Claire fasziniert mich immer, einfach weil ich oft sehr grafisch denke. Und wenn man sich einige dieser Panels anschaut, funktionieren die auch als eigenständige Werke. Wenn ich allerdings Namen nennen müsste, fällt spontan Tony Sandoval ein auch Nogi San, eine französische Zeichnerin, die in Kalifornien lebt. Und ganz aktuell Jeong-in Mun. Die hat mit Langer Atem ein ganz bezauberndes Buch geschaffen. I love it.

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Du bist beruflich ein bisschen mit Podcasts verbandelt, aber Strich drunta! ist auch Dein erster eigener, wie bei mir. Nach zwei aufgezeichneten Folgen: Was sind Deine wichtigsten Erkenntnisse?
Die erste: Du kannst alles noch so gut planen, es kommt immer anders. Die zweite: Was für ein Glück, das tun zu können und so wunderbare Menschen treffen zu können, die sich darauf einlassen, eine Stunde Lebenszeit sich diesem Projekt zu widmen. Und drittens: Wie wunderbar so einen gleichgesinnten Spinner wie Dich an meiner Seite zu haben, mit dem man das alles so entspannt umsetzen kann.

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Wir wollen einmal im Monat online gehen. Auf welche Gäste und Themen hast Du besonders Lust?
Ich freue mich auf Gesprächsmatches, die unerwartet sind und die für alle etwas Neues sind. Wenn es uns gelingt zum Beispiel Schauspieler, Fußballer oder Musiker für dieses Format zu gewinnen, die selbst auch gern Comics lesen, und diese dann mit den Großen der Zunft zusammenbringen können, wäre ich mega happy – und wenn dann noch eine schöne Sendung dabei rauskommt, die man gerne hört – und immer wieder gerne hört: Boom, das wär ein Traum.

© Foto: Uwe Zimmermann
Mach mal n Strich drunta!: Dein Fazit: Unser Podcast ist…
… derzeit die schönste Nebensache der Welt! 🙂