Lucky Luke. Morris‘ einsamer Westernheld

Nach seiner Uderzo-Ausstellung geht Comic-Macher Flix erneut unter die Kuratoren. Im Museum für Kommunikation in Berlin ist ab dem 2. Oktober eine Ausstellung zum Lonesome Cowboy zu sehen. Ihr Titel: Lucky Luke. Morris‘ einsamer Westernheld. Gezeigt werden 80 Originalseiten und Coverzeichnungen – und noch viel mehr. Ich habe mit Flix ein Email-Interview geführt, über Inhalt und Entstehungsgeschichte der Schau.
© Museumsstiftung Post und Telekommunikation
(Alex Jakubowski) Lieber Flix, nach der Ausstellung zu Uderzo hast Du Dir erneut einen großen frankobelgischen Meister vorgenommen. Wie kommt es dazu?

(Flix) Manchmal führt eins zum anderen. Nachdem die Uderzo-Ausstellung im vergangenen Jahr ein so großer Erfolg war, meldete sich der französische Verlag von Lucky Luke, und fragte, ob wir uns vorstellen könnten, eine weitere Ausstellung zu machen. Wir hatten dadurch die Möglichkeit, mit der Familie Morris direkt in Kontakt zu kommen, und so zahlreiche Originalseiten und Coverzeichnungen ausleihen zu können. Ein Traum!

© 2026 Story-House Egmont
Wo kommen die Ausstellungsstücke denn her und worauf können sich die Besucher freuen?

Die Ausstellung setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Das Herzstück sind natürlich die gut 80 Lucky Luke Originalseiten, die wir wunderbar zu diversen Themenbereichen zusammenstellen konnten. Man sieht die Entwicklung von Lucky Luke, welche Banditen in der Serie auftreten, aber auch, wie mit schwierigen Themen wie Rassismus und Sexismus umgegangen wird. Neben dem allerersten Auftritt von Lucky Luke aus dem Jahr 1946 und den ersten Bildern der Daltons zeigen wir viele bekannte und ikonische Seiten der Serie. Passend dazu haben wir etliche Objekte aus der Sammlung des Museums gefunden, die die historische Genauigkeit in Morris‘ Zeichnungen belegen, wie zum Beispiel ein Modell einer Postkutsche, Telegrafiemaschinen oder Waffen. Wir zeigen zudem Frühwerke von Morris aus der (kurzen) Zeit vor Lucky Luke und Spielzeuge, die er gebaut hat. Ergänzend haben wir Originalseiten von Achdé, der die Serie bis heute fortführt. Und Zeichnungen aus den Hommage-Bänden, die in Teilen bisher unveröffentlicht sind.

© Family Morris / Herman Selleslags
Was ist Dein persönliches Highlight?

Ich freue mich besonders auf den beleuchteten Bilderrahmen, indem wir zeigen können, wie Morris seine Comicseiten auf der Rückseite „vor“-koloriert hat, damit die Druckerei wusste, was sie tun sollte.

Wird es auch ein Rahmenprogramm geben?

Natürlich wird es zu der Ausstellung auch ein Rahmenprogramm geben, Lesungen, regelmäßige Führungen und Mitmachaktionen.

© Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Können wir uns jetzt darauf einstellen, dass Du regelmäßig Ausstellungen kuratieren wirst?

Eigentlich bin ich ja als Comiczeichner und Autor vollkommen ausgelastet. Aber wenn es solche grandiosen Möglichkeiten gibt, das Medium Comic einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, bin ich gerne wieder mit dabei.

Meister Morris beim Zeichnen
© Family Morris / Herman Selleslags

Weitere Infos findet Ihr auf der Seite des Museums für Kommunikation in Berlin: Lucky Luke Ausstellung

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